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Vermeidung klimaschädlicher Gase versus Kompensation

Positionen von Klimaschützern

Wir müssen handeln, um das Klima auf unserem Planeten lebensfreundlich zu erhalten. Der Klimawandel entwickelt sich gerade zur größten Herausforderungen der Gegenwart. Aber in welche Aktivitäten stecken wir unsere persönliche Energie, unser Engagement?

Vermeiden ist die erste Wahl

Jeder von uns kennt Mitmenschen, die Plastiktüten schon seit Jahren dankend ablehnen, die lieber radeln als mit dem Auto zu fahren, die nicht mehr in den Urlaub fliegen und auch sonst nicht konsumieren, wenn es irgend vermeidbar ist. Sie haben Solarzellen auf dem Dach und bejahen das Windrad in der Nähe des eigenen Hauses – alle Energie in die Vermeidung. Und es gibt diejenigen, die im ständigen Ringen mit sich selbst doch auf Mallorca im Hotelbett aufwachen, zwar mit schlechtem Gewissen, aber dennoch. Das verlängerte Wochenende mit Freunden nur absagen, weil das Flugzeug auf dem Weg dahin so viel Kohlendioxid ausstößt, dass dadurch bereits ein Drittel des CO2-Jahresbudgets aufgebraucht ist? (Quelle: Atmosfair; die klimaverträgliche Jahresemission beträgt danach 2.300 kg pro Jahr.) Für manch einen keine Option.

Die Emission eines einzelnen Fluges, kann man übrigens bei atmosfair, Naturefund oder MyClimate online ganz einfach ausrechnen lassen.

Kompensation ist immer nur der Notnagel

Wer sich nicht oder nicht immer am Riemen reißen kann oder will, muss über Alternativen nachdenken. Das Umweltbundesamt empfiehlt: „Gleichen Sie unvermeidbare Treibhausgasemissionen nach Möglichkeit durch freiwillige Kompensationszahlungen aus.“ Dabei ist es wichtig, auf die Qualität des Anbieters von Kompensationsprojekten zu achten. Aber auch das ist kein Freibrief, denn es folgt unmittelbar der Hinweis: „Geben Sie der Vermeidung von Treibhausgasemissionen Vorrang vor deren Kompensation.“ Um sich überhaupt einen Überblick über den eigenen CO2-Fußabdruck bzw. den der ganzen Familie zu verschaffen, ist der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes hilfreich.
Kompensationsprojekte sind Maßnahmen, die der Atmosphäre entweder bereits entstandene CO2-Belastung wieder entziehen, zum Beispiel durch Aufforstungsprojekte (Bäume lagern im Wachstum CO2 effektiv und dauerhaft ein) oder auch Emissionsminderungsprojekte, die zum Beispiel in erneuerbare Energien investieren. Es ist so oder so bestenfalls eine Reparatur des bereits entstandenen Schadens. Das Klimaziel, das zum Beispiel das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie nennt, ist damit nicht zu erreichen: „Der Klimawissenschaft zufolge müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen bis zur Jahrhundertmitte um die Hälfte reduziert werden, um einem Klimakollaps vorzubeugen.“
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Auch die Klimaziele der Bundesregierung rücken so in weite Ferne: Minus 55 Prozent bis zum Jahr 2030. Wer kompensiert, sollte unbedingt darauf achten, Zertifikate mit anschließender Stilllegung in der Hand zu halten, die sicherstellen, dass Emissionsreduktion nicht mehrfach verkauft wird. Siehe Sinnvoller Klimaschutz oder Ablasshandel?
Wer die Kompensation als Ablasshandel betrachtet, um mit beruhigtem Gewissen gleich den nächsten Flug zu buchen, schadet dem Klima durch diese Einstellung letztlich mehr, als dass es zum Nutzen beiträgt. Wie in vielen Fällen ist es auch hier ratsam, die Ursachen zu bekämpfen und die Entstehung von CO2 zu vermeiden, als am Symptom herumzudoktern.

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